St. Peter

Unübersehbar und bereits von weitem sichtbar ist der Zentralturm der spätromanischen Basilika St. Peter, die seit 1998 laut Haager Konvention zum schützenswerten Kulturerbe zählt. Seit der Kirchweihe am 15. August 1241 beherrscht der Sakralbau den Stadthügel am wunderschönen Kirchplatz. St. Peter gilt als eine der bedeutendsten Sakralbauten der Spätromantik im Rheinland.
Die Architektur
Kunsthistoriker datieren den Baubeginn der Sinziger Kirche auf die Stauferzeit im Jahr 1220. Markant ist der achtseitige Vierungsturm, der sich über der Mitte der Kirche erhebt und stilistisch an das Oktogon des Aachener Doms erinnert. Diese Anspielung auf karolingische Bauformen unterstreicht die Bedeutung der Kirche als geistliches Zentrum der Region. Die Querhäuser ragen nur wenig über die Seitenschiffe hinaus, was der Kirche eine kompakte, harmonische Erscheinung verleiht. Auch die Westfassade und die Giebel der Querhäuser sind mit feinen architektonischen Details wie Blendformen, Halbrosetten und kreuzförmigen Fenstern geschmückt.
Ausstattung und Kunst
Im Inneren von St. Peter findet sich eine reiche Ausstattung aus verschiedenen Epochen. Besonders hervorzuheben ist das spätgotische Triptychon aus dem Jahr 1480, das Szenen aus dem Leben Jesu und Mariens zeigt. Es wurde vom Sinziger Ehepaar Johann und Sophie Foehlen gestiftet und zählt zu den kunsthistorischen Kostbarkeiten der Region.
Ein weiteres bedeutendes Objekt ist der Taufstein aus Blaustein, der um 1240 entstanden ist und trotz Beschädigungen weitgehend in seiner ursprünglichen Form bis heute erhalten blieb. Er wurde aus Namurer Blaustein gefertigt und befindet sich vermutlich seit nahezu 800 Jahren ununterbrochen in der Sinziger Pfarrkirche. Ergänzt wird die künstlerische Ausstattung durch eine Vielzahl gotischer und barocker Skulpturen, darunter eine sitzende Madonna (um 1340), eine Pietà aus dem späten 14. Jahrhundert sowie eine eindrucksvolle Kreuzigungsgruppe aus der Kölner Werkstatt des sog. „Von-Carben-Meisters“, der diese Figurengruppe um 1525 schuf.
Ein besonders kurioses Element war über viele Jahre hinweg die Ausstellung der mumifizierten Überreste des sog. „Heiligen Vogts“ Johann Wilhelm von Holbach, der als Vogt der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg die Ämter Remagen und Sinzig verwaltete und 1669 in Linz verstarb. Seit ca. 300 Jahren wird der mumifizierte Leichnam in der Sinziger Pfarrkirche aufbewahrt. Sein Grab befindet sich heute im südlichen Seitenschiff.
Die Orgel

Die Hauptorgel mit 49 klingenden Registern wurde 1972 von der renommierten Firma E. F. Walcker & Cie. in Ludwigsburg erbaut, nach den Plänen des damaligen Organisten und Komponisten Peter Bares. Ihr Gehäuse stammt von einer Vorgängerorgel aus dem Jahr 1880, die von der Firma Gebr. Breidenfeld in Trier gefertigt wurde.
In den Jahren 2018/19 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Klais umfassend restauriert, wobei das ursprüngliche Klangkonzept von 1972 erhalten blieb. Durch die technischen Erweiterungen und die behutsame Anpassung der Spiel- und Registertraktur ist die Orgel heute nicht nur sicherer und wartungsfreundlicher, sondern bietet Organisten auch vielfältige Möglichkeiten zur klanglichen Gestaltung.
